Schlafmedizin: Schlafstörungen behandeln

Schlafmedizin

Schlafen ist lebenswichtig: Etwa ein Drittel unseres Lebens verbringen wir schlafend. Allerdings nimmt die Zahl Betroffener seit Jahren beständig zu, die unter Schlafstörungen leiden. Einige dieser Störungen machen sich dadurch bemerkbar, dass wir nicht ein- oder durchschlafen können, durch  andere sind wir tagsüber auffallend und anhaltend müde, antriebslos, unkonzentriert und gereizt.

Inzwischen sind über 80 verschiedene Ursachen von Schlafstörungen bekannt, die unbehandelt zu weiteren, ernsthaften Erkrankungen führen können.

Die Schlafmedizin stellt einen weiteren Schwerpunkt unserer pneumologischen Gemeinschaftspraxis dar. Daher gehört die Abklärung und Behandlung von Schnarchen mit und ohne Atmungsstörungen ebenso zu unserer täglichen Routine wie die Betreuung von Patientinnen und Patienten, die eine nächtliche Beatmungstherapie durchführen.

Neben der ambulanten Polygraphie („kleines Schlaflabor“) werden polysomnographische Messungen in Dortmund bei Somnolab sowie im Schlaflabor des Marienkrankenhauses in Schwerte durchgeführt. In Zusammenarbeit mit spezialisierten Kolleginnen und Kollegen aus den Bereichen HNO, Neurologie, Kieferchirurgie und Zahnmedizin bieten wir auch Alternativen zur nächtlichen Beatmungstherapie (nCPAP-Behandlung) an.

Diagnostik

Polygraphie

Bei Verdacht auf eine schlafbezogene Atmungsstörung, bei Bluthochdruck oder Tagesschläfrigkeit unklarer Ursache führen wir eine ambulante polygraphische Untersuchung durch. Dazu nehmen Sie ein kleines Gerät aus unserer Praxis mit, das Sie abends selbst zu Hause anlegen können. Wir erklären und zeigen Ihnen ausführlich, wie Sie das Gerät für die nächtliche Aufzeichnung anlegen und aktivieren.

Dieses „kleine Schlaflabor“ erfasst für eine Nacht Ihre Schlafsituation zu Hause über folgende Parameter:

  • Atmung
  • Sauerstoffsättigung
  • Herzfrequenz
  • Brust- und Bauchbewegungen
  • Schnarchgeräusche
  • Körperlage

Am nächsten Morgen bringen Sie das Gerät wieder zurück in die Praxis, wo unsere Fachärzte die  Auswertung vornehmen.

Diese Aufzeichnung ermöglicht uns eine erste Beurteilung Ihres Schlafes, nach der wir die weitere Diagnostik und/oder Behandlung mit Ihnen abstimmen und einleiten.

Polysomnographie

Diese „große Schlaflaboruntersuchung“ ermöglicht es uns, genauere Aussagen über Ihre Schlafqualität sowie jene Faktoren zu treffen, die Ihren Schlaf gegebenenfalls stören. Ziel ist es, Ihnen wieder zu einem erholsamen Schlaf zu verhelfen um damit Ihre  Lebensqualität und Leistungsfähigkeit wiederherzustellen bzw. zu erhalten.

Im Rahmen dieser Untersuchung werden kontinuierlich Atmung, Muskelspannung, Bewegungen von Brustkorb, Bauch, Beinen, Augen und Kinn, Sauerstoffsättigung, Herztätigkeit und Gehirnströme gemessen. Damit können wir Aussagen zum Schlafverlauf (Leichtschlaf, Tiefschlaf und Traumschlaf) sowie zur Schlafeffektivität treffen. Durch gleichzeitige Ton- und  Videoaufnahmen werden zudem  Geräusche und Bewegungen während des Schlafes erfasst und dokumentiert.

Sollte eine schlafbezogene Atmungsstörung vorliegen und die Einleitung einer nächtlichen Therapie notwendig sein, erfolgt dies in einer weiteren Nacht im Schlaflabor.

Therapie

Schlafbezogene Atmungsstörungen

Die häufigste Ursache für schlafbezogene Atmungsstörungen ist das sogenannte obstruktive Schlafapnoe-Syndrom (OSAS): Bei den Betroffenen sind die oberen Atemwege im Schlaf verengt. Das kann unterschiedliche Gründe haben, zeigt sich jedoch immer durch wiederholte Atemaussetzer, eine Minderbelüftung der Lunge und dadurch eine verringerte Sauerstoffversorgung des Körpers in der Nacht. Betroffene leide häufig unter einer gesteigerten Tagesmüdigkeit und können gleichzeitig an Bluthochdruck oder Diabetes mellitus erkrankt sein bzw. erkranken.

Um Atemstillstände in der Nacht zu verhindern, besteht die Standardtherapie in einer nächtlichen Atemhilfe, einer so genannten CPAP-Therapie (CPAP = continuous positive airway pressure). Über eine Maske strömt mit leichtem, individuell eingestellten Druck Luft beim Atmen in die Nase bzw. den Mund. So wird das Zusammenfallen der Atemwege im Schlaf verhindert, wodurch auch Atemaussetzer und das Schnarchen verhindert werden.

Die meisten Patientinnen und Patienten kommen mit dieser Therapie nach einer kurzen Eingewöhnung gut zurecht. Sollte die Anwendung in Einzelfällen nicht zufriedenstellend bzw. nicht zielführend durchführbar sein, beraten wir Sie gerne hinsichtlich alternativer Behandlungsmöglichkeiten.

Dabei handelt es sich einerseits um spezielle Operationsverfahren oder auch das nächtliche Tragen einer Unterkiefer-Protrusionsschiene. Wir arbeiten bei allen Optionen mit ausgewählten Spezialistinnen und Spezialisten zusammen, um für Sie ein optimales Ergebnis zu erzielen. Darüber hinaus bestehen weitere Behandlungsmöglichkeiten im Rahmen kontrollierter, wissenschaftlicher Studien mit neuen therapeutischen Verfahren. Sprechen Sie uns gerne dazu an, wir informieren Sie gerne.

Gut zu wissen:

Viele Betroffene können auch selbst einen entscheidenden Beitrag zur Behandlung ihrer Schlafapnoe leisten, indem sie ihr Gewicht reduzieren: Es gibt zwar unterschiedliche Ursachen für ein obstruktives Schlafapnoe-Syndrom, jedoch treten Atmungsaussetzer in der Nacht erheblich häufiger bei übergewichtigen Personen auf. Mehr als die Hälfte der Betroffenen leiden unter einem deutlich erhöhten Körpergewicht. Eine konsequente Gewichtsabnahme (in Absprache mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt) kann daher zu einer erheblichen Besserung des Schlafapnoebefundes beitragen.

Nicht-atmungsbezogene Schlafstörungen

Es gibt zahlreiche Schlafstörungen, die nicht auf einer Beeinträchtigung der nächtlichen Atmung beruhen. Zeigen unsere Untersuchungsergebnisse beispielsweise Hinweise darauf, dass Sie unter Narkolepsie, einer chronischen Insomnie, dem Restless Legs-Syndrom oder einer anderen Erkrankung leiden, leiten wir Sie selbstverständlich zur weiteren Behandlung an die entsprechenden Fachkolleginnen und -kollegen weiter.

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Unser Ärzteteam besteht aus Dr. med. Hans-Christian Blum, Dr. med. Berthold Butsch-von der Heydt und Dr. med. Stefan Kehm. mehr

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