Allergologie: Hauttest zur Allergie-Diagnose

Allergologie

Allergische Erkrankungen nehmen beständig an Bedeutung zu: Seit 1980 zählen Erkrankungen wie saisonal bedingter Heuschnupfen oder allergisches Asthma zu den häufigsten chronischen Erkrankungen bei Personen zwischen 20 und 40 Jahren. Sowohl in Deutschland als auch europaweit können sie mittlerweile als „Volkskrankheit“ bezeichnet werden. Umweltveränderungen und -phänomene wie der Klimawandel beschleunigen diese Entwicklungen noch: Allergien der oberen und unteren Atemwege nehmen seit Jahren beständig zu.

Die Auswirkungen auf die Lebensqualität der Betroffenen sind erheblich: Da ein Großteil der konkreten Erkrankungen weder ausreichend untersucht noch gezielt behandelt wird, sind Allergikerinnen und Allergiker den Symptomen oftmals hilflos ausgeliefert. Häufig stellen sie ihre Verdachtsdiagnose selbst, und nicht selten mündet eine unspezifisch diagnostizierte oder unbehandelte allergische Erkrankung zu Langzeitausfällen oder sogar  Berufsunfähigkeit. Das hat auch Folgen für die Volkswirtschaft: Allein durch allergische Leiden entstehen branchenübergreifend jedes Jahr Produktivitätsverluste in Milliardenhöhe.

Allergien der Atemwege – die so genannten respiratorischen Allergien – stellen den Schwerpunkt unserer fachärztlichen Gemeinschaftspraxis dar. Unsere drei Fachärzte besitzen die Zusatzbezeichnung Allergologie und sind somit auf die Diagnostik und Behandlung von Allergien spezialisiert.

Unser Ziel ist es, für Sie ein deutliches Plus an Lebensqualität zu erreichen. Dafür nutzen wir das gesamte Spektrum aller verfügbaren, gesicherten Diagnose-  und Therapiemöglichkeiten.

Diagnostik

Testungen über die Haut / Pricktest

Im Rahmen der Allergiediagnostik führen wir unterschiedliche Tests auf bzw. in der Haut durch: Pricktest (Hautpricktest), Intracutan-Test (Hautintracutantest), Prick-to-Prick-Test (nur in Einzelfällen).

Mit dem Pricktest lassen sich Überempfindlichkeitsreaktionen nachweisen, die durch den Kontakt mit bestimmten Substanzen (Allergenen, wie zum Beispiel Pollen) ausgelöst werden. Dazu werden kleinste Mengen eines Allergens auf die Innenseite eines Unterarms getropft und anschließend die Haut dort leicht eingeritzt. Die behandelten Hautstellen werden beobachtet und Reaktionen bzw. Veränderungen dokumentiert.

Reagiert die Patientin oder der Patient auf eine Substanz, kommt es im Bereich des entsprechenden Tropfens zu einer Rötung, zu Juckreiz oder Quaddelbildung. Diese Veränderungen belegen noch nicht das Vorliegen einer konkreten Allergie, sondern sind als Zeichen einer Allergiebereitschaft zu verstehen (Sensibilisierung).

Da der Test direkt am Körper der Patientin oder des Patienten vorgenommen wird, spricht man von einem „in-vivo-Test“. Eine weiterführende Diagnostik kann im Labor anhand von Blutproben erfolgen; diese Untersuchungen werden entsprechend als „in-vitro-Test“ bezeichnet.

Blutprobe: Antikörperbestimmung im Serum

Im Blut lassen sich spezifische Antikörper nachweisen, die gezielt auf ein Allergen wie z. B. Pollen reagieren (in-vitro-Test). Nach einer Blutentnahme werden die Blutproben unserer Patientinnen und Patienten in unserem hauseigenen Labor entsprechend aufbereitet und untersucht.

Da wir über ein Speziallabor (O-III-Labor) verfügen, ist darüber hinaus die Durchführung einer molekularen Allergendiagnostik möglich.

Erst die Zusammenführung der Ergebnisse der Blutuntersuchung mit den klinischen Beschwerden der Patientinnen und Patienten kann zur Diagnose einer gesicherten Allergie führen. Bestehen weiterhin Unklarheiten, kommt die so genannte nasale Provokation mit den entsprechenden Allergenen zum Einsatz.

Nasale Provokation: Allergene im Nasenspray

Der mutmaßliche Allergieauslöser (das Allergen) wird mit Hilfe eines Nasensprays verabreicht (Provokation) und entsprechende Reaktionen abgewartet – z. B. Niesen, tränende Augen, erschwerte Atmung o.ä.. Parallel dazu wird der Atemfluss an der Nase vor und nach dieser Provokation mit einem so genannten Rhinomanometer gemessen.

Treten eindeutig allergische Beschwerden auf, gilt die Allergie gegen den verabreichten Stoff als gesichert. Daher wird diese Methode auch als „Goldstandard“ der Allergiediagnostik bezeichnet.

Therapie

Symptomatische Therapie

In manchen Fällen ist nur eine symptomatische, also Beschwerden-orientierte Behandlung der allergischen Reaktionen erforderlich oder möglich.

In erster Linie sollten Betroffene versuchen, den Kontakt mit dem Allergie auslösenden Stoff zu vermeiden (Allergenkarenz). Ist dies nicht oder nur sehr schwer möglich, können unterschiedliche Medikamente helfen. Hier wird zwischen lokalen (Anwendung und Wirkung an einzelnen Organen) und systemischen (Wirkung im ganzen Körper) Substanzen unterschieden.

Zu den lokalen Therapeutika zählen zum Beispiel Nasensprays oder Augentropfen. Hier kommen vor allem sogenannte Antihistaminika (H1-Blocker bzw. Histaminrezeptor-1-Blocker) zum Einsatz wie „Cetirizin“ und „Loratadin“. Diese Präparate sind in der Apotheke frei verkäuflich und dürfen nicht mehr zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen vom Arzt verordnet werden.

Darüber hinaus bieten Kortison-haltige Nasensprays schnelle Linderung bei Entzündungen und Schwellungen. Allerdings sind diese für eine dauerhafte Anwendung nicht geeignet.

Sinnvoller ist in jedem Fall die Behandlung nicht nur der Symptome, sondern der Ursache(n) einer Allergie – eine so genannte kausale Therapie. Ihre Beschwerden können damit deutlich abgemildert werden oder gar verschwinden. Dies ist im Rahmen einer Allergie-Impfung bzw. Allergen-Immuntherapie (AIT) möglich.

Allergen-Immuntherapie AIT

Hyposensibilisierung, Desensibilisierung oder spezifische Immuntherapie – unter diesen Begriffen ist die Behandlungsmethode vermutlich besser bekannt. Bereits 1998 wurde die AIT in einem Positionspapier der Weltgesundheitsorganisation (WHO/Genf) als erfolgreich, sinnvoll und sicher empfohlen. Sie ist derzeit die einzige Ursachen-bezogene Behandlungsform von Allergien.

Für eine spezifische Immuntherapie stehen mehrere Optionen zur Verfügung:

  • Verabreichung subcutan = Spritze unter die Haut
  • Verabreichung sublingual = Gabe von Tropfen oder Tabletten unter die Zunge
  • perennial = ganzjährig über 3-5 Jahre
  • präsaisonal = 4-7 Monate im Vorfeld der Pollensaison

Die erforderlichen diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen legen wir unter Berücksichtigung aller Daten und Befunde jedes Einzelfalles im persönlichen Gespräch individuell fest.

In unserer fachärztlichen Gemeinschaftspraxis behandeln wir derzeit über 500 Patientinnen und Patienten mit der spezifischen Immuntherapie, überwiegend durch Gabe von Spritzen unter die Haut.

Die Erfolgsquoten sind beachtlich:

  • bis zu 90% bei Insektengiftallergien (Bienen und Wespengift)
  • bis zu 80% bei Pollenallergien (Pollen windbestäubender Bäume, Gräser, Getreide und Kräuter)
  • 60-70% bei Hausstaubmilbenallergien

Um Ihnen die Therapietreue zu erleichtern, können Sie unsere Praxis im Rahmen unserer Sprechzeiten ohne Voranmeldung aufsuchen und sich Ihre Spritze verabreichen lassen.

Bitte bedenken Sie, dass Sie nach der Spritze noch ca. 30 Minuten in der Praxis bleiben sollten. Informationen zu unseren Sprechzeiten finden Sie unter Kontakt.

Wenn Sie uns in unserer Praxis besuchen möchten, dann haben Sie hier die Möglichkeit unseren Online-Service zur Terminanforderung zu nutzen. mehr

Unser Ärzteteam besteht aus Dr. med. Hans-Christian Blum, Dr. med. Berthold Butsch-von der Heydt und Dr. med. Stefan Kehm. mehr

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